Entdecken Sie Samarkand, das Herz der Seidenstraße. Bewundern Sie den Registan mit Ulugbek-, Sherdor- und Tilla-Kori-Medrese sowie den Chorsu-Basar mit Turkestan Travel.
Es gibt Städtenamen, die weit mehr sind als nur geografische Koordinaten auf einer Landkarte. Es sind Namen, die wie ein magischer Zauberspruch klingen, die eine tiefe Sehnsucht wecken und unweigerlich Bilder von staubigen Karawanen, schwer beladenen Kamelen, exotischen Gewürzen und dem schier unermesslichen Reichtum des Orients heraufbeschwören. Samarkand ist zweifellos der klangvollste dieser Namen.
Mit einer über 2.750-jährigen Geschichte ist Samarkand so alt wie Rom, Athen oder Babylon. Die Stadt wurde von Alexander dem Großen erobert, von Dschingis Khan in Schutt und Asche gelegt und schließlich von dem furchteinflößenden, aber kulturell visionären Herrscher Amir Timur (Tamerlan) im 14. Jahrhundert zu einer der prächtigsten Metropolen der Weltmächte aufgebaut. Schon Alexander der Große soll bei seiner Ankunft gesagt haben: „Alles, was ich über Marakanda gehört habe, ist wahr, außer dass es noch schöner ist, als ich es mir je hätte vorstellen können.“
Wer heute als Reisender in Samarkand ankommt, wird feststellen: Dieses Zitat hat die Jahrtausende unbeschadet überstanden. Die zweitgrößte Stadt Usbekistans, die von der UNESCO völlig zu Recht als „Kreuzeweg der Kulturen“ zum Weltkulturerbe erklärt wurde, ist ein lebendiges Meisterwerk islamischer Baukunst und ein absolutes Muss für jeden, der die Magie Zentralasiens spüren möchte.
Jede Reise nach Samarkand führt unweigerlich zu ihm, und kein noch so gutes Foto kann einen auf den Moment vorbereiten, in dem man ihn zum ersten Mal mit eigenen Augen sieht: den Registan. Er ist das unbestrittene Herz der Stadt und einer der eindrucksvollsten öffentlichen Plätze der gesamten Welt. Übersetzt bedeutet Registan „sandiger Platz“, doch was Sie hier erwartet, ist ein architektonisches Wunderwerk von monumentaler Erhabenheit.
Drei gewaltige Madrasas (islamische Lehranstalten) rahmen den Platz von drei Seiten ein, ihre Fassaden über und über mit Millionen von glasierten Kacheln in Lapislazuli, Türkis und Ocker bedeckt. Die älteste, die Ulugbek-Madrasa auf der linken Seite, wurde im 15. Jahrhundert vom gleichnamigen Herrscher und brillanten Astronomen erbaut. Ihre Sternenmotive zeugen von Ulugbeks Liebe zur Wissenschaft. Ihnen gegenüber steht die Sher-Dor-Madrasa aus dem 17. Jahrhundert. Sie ist berühmt für die über ihrem Portal prangenden, fast schon psychedelisch anmutenden Raubkatzen (eine Mischung aus Tiger und Löwe), die auf dem Rücken von Gazellen jagen und Sonnen mit menschlichen Gesichtern auf dem Rücken tragen – ein bewusster und faszinierender Bruch mit dem islamischen Bilderverbot. In der Mitte schließlich erhebt sich die Tilya-Kori-Madrasa. Wer ihr Inneres betritt, dem verschlägt es buchstäblich die Sprache: Die Decke der Moschee ist so reichhaltig und aufwendig mit reinem Blattgold verziert (Tilya-Kori bedeutet „mit Gold bedeckt“), dass sie den Betrachter in einen visuellen Rausch versetzt.
Ein Tipp für Reisende: Besuchen Sie den Registan unbedingt zu zwei verschiedenen Tageszeiten. Einmal im weichen, goldenen Licht des frühen Morgens, wenn Sie den Platz fast für sich allein haben, und einmal am späten Abend, wenn die Gebäude kunstvoll illuminiert sind und die schwalbenartigen Vögel in großen Schwärmen um die leuchtenden Kuppeln kreisen.
Nicht weit vom Registan entfernt, erhebt sich eine markante, tief azurblau gerippte Kuppel in den usbekischen Himmel. Darunter verbirgt sich das Gur-e-Amir-Mausoleum, das Grabmal von Amir Timur. Der Mann, dessen Reich von Indien bis in die Türkei reichte, ließ dieses Meisterwerk ursprünglich für seinen geliebten Enkel erbauen, fand hier aber schließlich selbst seine letzte Ruhe.
Das Innere des Mausoleums ist eine Symphonie aus Marmor, Onyx und filigranen Goldverzierungen. In der Mitte des Raumes markiert ein einzelner, massiver Block aus dunkelgrüner Jade das Grab des Eroberers. Um diesen Ort rankt sich eine der berühmtesten Legenden Zentralasiens: Der „Fluch des Timur“. Als sowjetische Archäologen den Sarkophag am 20. Juni 1941 trotz eindringlicher Warnungen einheimischer Gelehrter öffneten, fanden sie darin eine Inschrift: „Wer mein Grab öffnet, wird einen Eindringling entfesseln, der schrecklicher ist als ich.“ Nur zwei Tage später marschierten die Truppen Hitler-Deutschlands in die Sowjetunion ein. Ob Mythos oder Zufall – die Aura, die diesen Ort umgibt, ist bis heute förmlich greifbar.
Wenn der Registan das Herz von Samarkand ist, dann ist Schah-i-Sinda seine Seele. Diese Nekropole (Totenstadt) ist vielleicht der visuell überwältigendste Ort in ganz Usbekistan und der wahrgewordene Traum eines jeden Fotografen.
Schah-i-Sinda, übersetzt „Der lebende König“, ist eine schmale, ansteigende Gasse, die von einer ununterbrochenen Reihe atemberaubender Mausoleen gesäumt wird. Hier liegen die weiblichen Familienmitglieder Timurs sowie seine Generäle begraben. Der Name der Anlage geht auf Qusam ibn Abbas zurück, einen Cousin des Propheten Mohammed, der hier im 7. Jahrhundert den Islam predigte und der Legende nach noch heute in den unterirdischen Gewölben lebt. Nirgendwo sonst auf der Welt findet man eine solche Dichte und Perfektion an Majolika- und Terrakotta-Kacheln. Die Farben variieren von zartem Himmelblau über kräftiges Türkis bis hin zu tiefstem Kobaltblau. Wenn das Sonnenlicht in die schmale Gasse fällt und die Kacheln zum Leuchten bringt, fühlt man sich unweigerlich in eine andere Dimension versetzt.
Timur dachte nicht in normalen Maßstäben. Nach seinem erfolgreichen Feldzug in Indien wollte er die größte Moschee der islamischen Welt erbauen lassen – gewidmet seiner Lieblingsfrau Bibi Chanum. Das Resultat war ein Bauwerk von derart gigantischen Ausmaßen, dass die damaligen architektonischen Techniken an ihre Grenzen stießen. Schon kurz nach der Fertigstellung begannen Steine aus der riesigen Hauptkuppel herabzufallen, da das Gebäude unter seinem eigenen Gewicht und dem ambitionierten Tempo seiner Erbauer ächzte. Heute ist die Bibi-Chanum-Moschee behutsam restauriert und zeugt noch immer von einem Herrscher, der buchstäblich nach den Sternen greifen wollte.
Gleich neben den monumentalen Mauern der Moschee tauchen Sie in das pralle, laute und farbenfrohe Alltagsleben Usbekistans ein: auf dem Siyob-Basar. Er ist der größte Markt Samarkands und ein wahres Fest für die Sinne. Hier türmen sich sonnengereifte Granatäpfel, getrocknete Maulbeeren, dampfende Gewürze, Mandeln und riesige Säcke voller Rosinen. Vor allem aber ist dieser Basar der perfekte Ort, um das berühmte Samarkand-Brot (Non) zu kosten. Dieses schwere, dichte, scheibenförmige Fladenbrot ist mit einem traditionellen Stempel verziert und im ganzen Land legendär. Die Usbeken glauben, dass das einzigartige Klima und das Wasser Samarkands den Geschmack des Brotes unverwechselbar machen. Ein frisches, noch warmes Samarkand-Brot, pur gegessen, während man das Treiben auf dem Basar beobachtet, ist ein kulinarisches Erlebnis, das man nicht vergisst.
Samarkand war jedoch nicht nur eine Stadt der Eroberer, sondern auch der Gelehrten. Davon zeugt das Ulugbek-Observatorium am Stadtrand. In den 1420er Jahren ließ Ulugbek, der Enkel Timurs, hier ein dreistöckiges Observatorium mit einem gigantischen unterirdischen Sextanten errichten. Seine Berechnungen der Sternenjahre waren so unfassbar präzise, dass sie erst Jahrhunderte später durch moderne Teleskope minimal korrigiert wurden.
Ein weiteres Stück faszinierender Geschichte findet sich im nahegelegenen Dorf Konigil. Hier wird in der Meros-Papiermanufaktur eine uralte Handwerkstradition am Leben erhalten: die Herstellung von Samarkand-Seidenpapier. Die Technik wurde im 8. Jahrhundert von chinesischen Kriegsgefangenen in die Stadt gebracht. Das Papier wird in einem aufwendigen Prozess aus der Rinde des Maulbeerbaums handgeschöpft. Es ist extrem widerstandsfähig, wasserabweisend und hat eine Lebensdauer von mehreren Jahrhunderten. Ein Besuch der idyllischen Wassermühle, wo die Rinde noch heute nach alten Methoden gestampft wird, bietet einen wunderbaren, ruhigen Kontrast zu den monumentalen Bauwerken der Innenstadt.
Heute ist Samarkand zugänglicher denn je. Die Stadt ist außergewöhnlich sicher, die Straßen sind gepflegt und die usbekische Gastfreundschaft ist legendär. Dank des hochmodernen Hochgeschwindigkeitszuges Afrosiyob erreichen Sie Samarkand von der Hauptstadt Taschkent aus bequem und komfortabel in etwas mehr als zwei Stunden.
Samarkand ist kein Museum, in dem die Zeit stehen geblieben ist. Es ist eine lebendige, atmende Stadt, in der sich Vergangenheit und Gegenwart auf magische Weise miteinander verweben. Wenn Sie abends durch die Gassen schlendern, den Duft von frisch gebratenem Schaschlik und Kreuzkümmel einatmen und die beleuchteten blauen Kuppeln sich vom sternenklaren Himmel abheben, werden Sie es selbst spüren: Samarkand ist nicht nur ein Reiseziel. Es ist eine Begegnung mit der Weltgeschichte, die den Geist bereichert und die Seele für immer prägt. Lassen Sie sich auf dieses Abenteuer ein – das Märchen der Seidenstraße wartet auf Sie.
Die beste Reisezeit für Samarkand ist von April bis Mai sowie von September bis November. In diesen Monaten herrschen angenehme Temperaturen für Sightseeing auf dem Registan. Der heiße Sommer weicht einer milden Brise, die Erkundungen besonders angenehm macht. Erleben Sie Usbekistan im farbenfrohen Frühling oder goldenen Herbst.
In Samarkand herrscht ein kontinentales Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden Wintern. Im Frühjahr und Herbst sind die Temperaturen ideal für Kulturreisen und Spaziergänge. Die Niederschläge sind das ganze Jahr über gering und konzentrieren sich meist auf das Frühjahr. Bereiten Sie sich im Sommer auf Sonnenschein und warme Tage vor.
Samarkand verfügt über einen internationalen Flughafen mit direkten Flugverbindungen. Alternativ erreichen Sie die Stadt bequem mit dem modernen Schnellzug Afrosiyob von Taschkent aus. Turkestan Travel organisiert Ihren reibungslosen Transfer und individuelle Rundreisen vor Ort. Genießen Sie eine komfortable Anreise in das historische Herz Usbekistans.